Sydney-Blog

31.05.2016 13:14 von Barbara Barkhausen

Am Ende siegt die dicke Frau

Manche Themen schlagen völlig unerwartet ein. Das war ein solches. Ich hätte es beinahe nicht geschrieben, konnte dann aber doch nicht widerstehen

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30.05.2016 06:03 von Barbara Barkhausen

Wie zwei Schwestern ihre Insel retten

Das indonesische Urlaubsparadies Bali droht am Müll zu ersticken.

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Bildung Down Under

01.10.2015 10:48 von Torben Brinkema

Australische Unis planen für die Zukunft

Fit für die Zukunft: Im schottischen Glasgow trafen sich Mitte September rund 5.000 Hochschulvertreter aus 90 Ländern.

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11.08.2015 12:39 von Redaktion

Mehr Erfolg in der Forschung ist gewünscht

Die Regierung Australiens wünscht sich, dass die Forschung an ihren Universitäten einen größeren Erfolg einfährt.

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Dingo – Einwanderer und Raubtier

Als verwilderte Haushunde, die vermutlich vor circa 4000 Jahren von südostasiatischen Händlern nach Australien eingeschleppt worden sind, müssten Dingos eigentlich zu den „unerwünschten Einwanderern“ gezählt werden. In der Tat gibt es Mutmaßungen, nach denen ihnen zumindest eine Mitverantwortung für das Aussterben von Beutelwolf, Beutelteufel und Tasmanischem Pfuhlhuhn auf dem australischen Festland zukommt. Heute wird die ökologische Rolle der Dingos in Australien aber überwiegend positiv gesehen, da es beispielsweise Hinweise darauf gibt, dass Dingos dazu beitragen, die Populationen von Rotfüchsen und möglicherweise auch von verwilderten Hauskatzen in Zaum zu halten. Letztere stellen eine große  Bedrohung für die einheimischen Kleintiere dar.

 

Ausgewachsene Dingos erreichen eine Schulterhöhe von rund 60 cm und wiegen bis zu 24 kg. Das Fell der Tiere ist meistens rötlich braun, kann aber auch schwarz oder weiß sein. Auch wenn sie häufig als Einzeltiere beobachtet werden, leben sie meistens wie Wölfe in Rudeln mit festen Territorien, sie passen ihr Sozialverhalten aber an das jeweils vorhandene Nahrungsangebot an. Dingos sind die größten Landbeutegreifer Australiens und jagen im Rudel auch größere Tiere.

 

Ihre Lautäußerungen bestehen vor allem in verschiedenen Formen des Heulens, wogegen sie allenfalls auf eine kurze, einsilbige Art bellen. In einem Wurf pro Jahr bringen weibliche Dingos vier bis sechs Welpen zur Welt, die nach einem Jahr selbstständig werden.

 

Durch die Vermischung mit von Europäern eingeführten, in jüngerer Zeit verwilderten Haushunden ist der „reine“ Dingo heute allerdings vom Aussterben bedroht. Die Mischlinge sind von „reinen“ Dingos äußerlich oft nur schwer zu unterscheiden. Neben der weitaus variableren Fellfarbe besteht ein Merkmal darin, dass sie wie „normale“ Haushunde bellen. Unter Wissenschaftlern wird kontrovers diskutiert, ob es sinnvoll bzw. überhaupt möglich ist, eine „reine“ Dingo-Population zu erhalten. Da die Mischlinge zum Teil deutlich größer als ursprüngliche Dingos sind und höhere Fortpflanzungsraten aufweisen, wird über mögliche negative ökologische Auswirkungen spekuliert. Dafür gibt es aber bisher keine eindeutigen Belege.

 

Bei Viehzüchtern machten sich die großen Raubtiere seit Beginn der europäischen Besiedlung unbeliebt und erlangten den Ruf, „verschlagen“ und „feige“ zu sein, was dazu führte, dass das Wort „Dingo“ bis heute im australischen Slang auch für „Feigling“ und „Betrüger“ steht.

 

Text: Barbara Barkhausen: Auszug aus Das Australienlesebuch. Bild: Carsten Johow